Ick renn durch den Park, hab Runkeeper – wie stark

Schluss mit Ausreden. Das Thermometer hat zum ersten Mal Richtung 20 Grad geschielt, das Cabrio-Dach zum ersten Mal runter, die Krokusse (oder heißen die Krokanten?) lassen sich blicken und seit mindestens vier Wochen hat die ARD keinen Brennpunkt “Schneechaos” mehr gemacht.

Das kann nur eines bedeuten: Es wird Frühling.

Selbst die Weicheier holen nun wieder die Jogging-Klamotten aus dem Schrank und versuchen den Winterspeck von der Hüfte zu laufen. Doch wer allein ist, dem fehlt es dann doch mal an Motiviation. Abhilfe könnte eine Iphone-App schaffen: Runkeeper.

Das Programm konkurriert mit der  Nike +  Ipod-Kombination. Eine sehr erfolgreiche Mischung aus Schuh, einlegbarem Plättchen und Ipod-Verbindung. Allerdings: Die Nike-Schuhe sind laut dem Fachgeschäft meines Vertrauens nicht für einen “schweren” (Hey! 97 Kilo bei 1,95m!) geeignet.

Während Nike den Lauf über die Schrittlänge protokolliert, nutzt Runkeeper die GPS-Ortung des Iphones. Das bedeutet: Große Funklöcher dürfen dem Läufer nicht begegnen, weder in Sachen Ortung noch in Sachen Mobilfunk. Dann aber wirft der Dienst nicht nur die gelaufene Strecke in Sachen Länge und Geschwindigkeit aus – sondern verortet sich auch noch auf einer Karte.

Somit müsste Runkeeper theoretisch präziser sein als Nike: Denn wie man auf der Runkeeper-Seite sieht, berücksichtigt der Dienst auch Höhenunterschiede.

Auf Runkeeper.com kann außerdem sozialisiert werden, via Facebook Connect, Twitter oder Gmail können sich Nutzer mit Freunden verbinden. Womit wir beim Thema Datenschutz wären. Denn Läufe können bei entsprechender Freigabe live von Kontakten verfolgt werden. Doch selbst wenn das nicht im Moment des Joggens  passiert, so sollte jeder sich bewusst sein, dass er bei Freigabe seiner Daten verrät, wo er oder sie gerne läuft. Und das könnte allein joggenden Damen unterdurchschnittlich recht sein.

Auf Musik muss man übrigens nicht verzichten. Allerdings muss man sich vor dem Start von Runkeeper für ein Album oder eine Playlist entscheiden und sie starten. Dann zu Runkeeper und anschließend die Tastatursperre aktivieren – so wird alles gut.

Am Ende wirft die App die Geschwindigkeit im Minutentakt aus, gibt die Durchschnittsgeschwindigkeit, die gelaufenen Kilometer und die verbrannten Kalorien an. Das tut sich zuverlässig, die gleiche Strecke lieferte bei mehreren Versuchen fast die gleiche Länge.

Auch Radler oder Skater müssen nicht darben: Die gewünschte Sportart lässt sich einstellen. Übrigens auch Schwimmen. Aber ist tatsächlich jemand so irre und packt sein Iphone in eine wasserfeste Hülle um die geschwommenen Kilometer zu ermitteln?

Und das alles gibt es für Umme. Kaum zu fassen. Die Grundversion ist gratis, für 7,99 Euro gibt es mehr Steuermöglichkeiten und Trainingstipps – aber braucht man die wirklich? Selbst für die einfache Variante aber würde ich schon 8 Euro zahlen, Runkeeper ist für mich eine der besten Iphone-Apps derzeit.

Fragt sich nur: Was ist genauer – Nike oder Runkeeper?

Sollten sich hier Leser befinden, die das Nike-System nutzen und Lust auf einen Vergleichstest haben, würden wir uns sehr über Nachricht freuen. Wir suchen eine Person, die Nike+Ipod mit Schuh verwendet und eine, die den Kontaktchip in den Socken steckt (was auch funktionieren soll). Und dann machen wir mal einen Vergleichstest der drei Optionen.

3 Responses to “Ick renn durch den Park, hab Runkeeper – wie stark”

  1. Wo der Chip für den NikePod untergebracht ist, ist völlig egal. Ob er im Schuh die Schritte zählt oder im Socken interessiert ihn nicht. Sprich wir haben 2 Optionen.

    Die Genauigkeit wäre aber dennoch interessant. Wenn ich meinen hervorgekramt bekomme, dann werd ichs am Wochenende testen.

    Ein “riesen” Vorteil hat der NikePod aber. Er funktioniert mit einem kleinen iPod Nano. Nicht jeder hat Lust mit seinem iPhone 2 Stunden joggen zu gehen. Der Nano hingegen fällt von der Größe und dem Gewicht kaum auf.

    Test zur Genauigkeit & Co. zum NikePod gibts übrigens hier: http://www.10000km.net/?p=31=1

    Grüße Dave

  2. Ich nutze nicht Runkeeper, sonder lieber impapmyrun, die Schlussfolgerung dürfte aber die gleiche sein:

    Die Aufzeichnung macht spaß, und gibt eine Indikation der Streckenlänge. Mehr aber nicht.

    Ich bin am Mittwoch mit dem iPhone und imapmyrun in London gelaufen (danke für die Reisehinweise, Thomas), und hatte am anderen Arm einen Forerunner – also ein Gerät, das ernsthaft Strecken aufzeichnen kann, und seine Genauigkeit auf diversen vermessenen Strecken und Beweis gestellt hat.

    Ergebnis:
    imapmyrun: 11.19km
    Forerunner: 11.86km

    Das Ergebnis des Forerunners ist sicherlich ebenfalls nicht 100% akkurat. Die tatsächliche Strecke liegt aber sicherlich eher bei 11.8 als bei 11.2km. und 5% Abweichung ist schon eine Menge.
    Das Ergebnis ist durchaus typisch, und ähnliche Ergebnisse habe ich bei anderen Läufe ebenfalls erzielt.

    Beim Nike System erwarte ich ein ähnliches Ergebnis wie beim iPhone. Wenn Genauigkeit zählt, ist der Forerunner kaum zu schlagen. Mehr Spaß macht aber das iPhone ;-)

  3. wie kann ich runkeeper mit mein foursquare konto verknüpfen und die badges freischalten?? danke im vorraus Leute ;)