So gut ist die WDR-App fürs iPhone

Christian Fischer ist Internetconsultant, Webdesigner und Blogger – als begeisterter iPhone-Nutzer hat er für Mind the App diesen Gastbeitrag geschrieben.

Früher war das Radio das aktuelle, das schnelle Medium. Nachrichten konnten quasi direkt verbreitet werden, dazu gab es Musik und Platz für Hintergrundinfos, Interviews, Kultur, Boulevard oder Comedy. Das Radio war damit oft der Begleiter durch den ganzen Tag. In den Zeiten von Formatradio und mobilem Echtzeitweb hat sich daran einiges geändert – trotzdem habe ich seit einiger Zeit die WDR-App auf meinem iPhone.

Warum? Weil sie meiner Meinung nach ziemlich perfekt ist. Genau so muss eine Radio-App aussehen.

Die Basisfunktion ist klar: Ich kann auf dem iPhone überall das laufende Programm von 1Live bis WDR5 sowie Funkhaus Europa, 1Live diggi und KIRAKA, den digitalen Kinderkanal (den ich vorher gar nicht kannte) hören.
Unglaublich süß finde ich dabei, dass man beim Starten des jeweiligen Senders kurz das Geräusch eines analogen Radios beim Senderwechsel hört.

Möchte man etwas noch einmal hören, kann man eine halbe Minute im laufenden Programm zurückschalten.
Die jeweils letzten Nachrichten lassen sich ebenfalls einzeln abspielen und wer einen Song nicht kennt, kann direkt aus dem laufenden Programm nachsehen, wie Titel und Interpret lautet. Zu jedem Titel – auch zum gerade gespielten – gibt es mindestens ein Bandfoto oder CD-Cover, oft aber auch den kompletten Songtext.

Natürlich kann man sich wie in einer Programmzeitschrift das Programm aller Sender ansehen – meist auch mit Zusatzinfos zur jeweiligen Sendung. Soweit wäre das ja auch schon so gut – aber hier fangen erst die Zusatzangebote an.

Im Einzelnen sind das:
Eine Liste mit aktuellen Artikeln, die sich (wenn ich das richtig verstehe) aus den im jeweiligen Sender zuletzt gesendeten Meldungen zusammensetzen.
Dazu kommt der aktuelle Wetterbericht und die aktuelle Verkehrslage.
In vielen Studios des WDR stehen Webcams – und mit der App kann man direkt darauf zugreifen.
Eine Weckfunktion macht das iPhone zum Radiowecker mit Einschlaf-Funktion und ein integrierter Browser bietet den Zugriff auf die Websites der Sender um alle über die App hinausgehenden Infos griffbereit zu haben.

Und wem das immer noch nicht genug ist, der hat mit der App unter dem zugegebenermaßen etwas seltsamen Menupunkt “Audio” direkten Zugriff auf das Archiv der WDR-Podcasts. Hier finden sich sowohl die Best-Ofs verschiedener Moderatoren als auch die Comedy-Einspieler die den Tag über bei 1Live und WDR2 immer wieder das Programm unterbrechen.

Eine ziemlich runde Umsetzung des Radio-Angebotes also, die meiner Meinung nach sehr gut zeigt, wie man mit einer App mehr machen kann als nur das bekannte Angebot eins zu eins auf das iPhone zu kopieren.

Ähnliche Apps gibt es auch von den anderen ARD-Radiosendern – die WDR-App ist allerdings bis jetzt am besten mit Zusatzfunktionen ausgebaut. Alle Apps sind kostenlos.

4 Responses to “So gut ist die WDR-App fürs iPhone”

  1. Tja, seit heutigen Update ist das App für mich unbrauchbar! WDR lässt sich nicht mehr pr einfachem HOME-Druck beenden, mann muss die Applikation abbrechen.

  2. Andreas Damsky 22.06.2012 at 22:12

    Und wie geht das?

  3. Wenn man auf den gerade gehörten Sender nochmal klickt, endet der Empfang. Danach schließt man die App. Oder startet durch nochmaliges anklicken des Sender wieder den Beitrag.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Fremdgegangen « just another weblog - 03.03.2010

    […] Gehen Sie doch mal rüber zu Mind The App. Erstens sowieso und zweitens habe ich da gastgebloggt. […]