“Sleep Cycle”-App ist “Quatsch”

Spiegel Online hat das getan, was schon längst jemand hätte tun sollen: von Wissenschaftlern untersuchen lassen, ob diese unheimlich populäre Sleep-Cycle-iPhone-App (“Mind the App”-Test hier) wirklich messen kann, wie gut der Nutzer schläft. Für den Test hat Spiegel Online einen Mann in ein Schlaflabor geschickt, um dort seinen Schlaf für eine Nacht auswerten zu lassen.

Das (für die App) erschütternde Ergebnis:

“Laut dem Diagramm der iPhone-App befand sich der Patient zwischen 23.00 und 5.00 Uhr im Tiefschlaf – unterbrochen von zwei kurzen Traumschlafphasen gegen 2.15 Uhr und gegen 4.00 Uhr. Die Messungen von Hirnströmen, Augenbewegungen und Muskelkontraktionen im Schlaflabor ergeben jedoch ein ganz anderes Bild. Der Mann befand sich demnach überwiegend im Leichtschlaf, kurze Tiefschlafphasen gab es zwischen 1.15 und 1.30 Uhr sowie zwischen 3.15 und 3.30 Uhr. Traumschlafphasen waren um 2.30 Uhr und gegen 5.00 Uhr.

Woher aber kommen die beiden Ausschläge in Sleep-Cycle-Diagramm? Ursache ist offenbar, dass sich der Patient genau zu diesen beiden Zeitpunkten gedreht hat, wie die per Infrarotkamera aufgenommenen Bilder belegen. Fazit der Ärztin Iwansky: ‘Schlafphasen kann das Programm nicht erkennen.’ Das versprochene sanfte Aufwecken sei damit kaum möglich.

Friedhard Raschke von der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin hält die Schlafkurven des Programms für ‘Quatsch’. ‘Das kann auf keinen Fall funktionieren’, sagt er.”

Den kompletten Spiegel-Online-Artikel gibt’s hier zu lesen.

  • Liebe iPhone-Jünger: Wer's glaubt, schläft selig. ;-)
  • Genau!
  • Aprozz
    Vor drei Tagen hab ich mir die App gekauft. Für 1.10 sFr. kann man dass ja mal ausprobieren. Zwei Nächte soll das Ding sich ja kalibrieren und genau heute in der dritten Nacht, hat es recht gut funktioniert. Quatsch? Nicht unbedingt, ich hab mir mal die teuren Schlafphasenwecker angeschaut und die funktionieren genau nach dem gleichen Prinzip: Bewegungssensor!

    Fazit: Für wenig (sehr wenig) Geld, weckt mich Sleep-Cycle ziehmlich gut.
  • Welche Überraschung: Mit mehr und besseren Sensoren kommt man zu genaueren Ergebnissen! Bei Sleep-Cycle steht doch schon in der App-Beschreibung, das nur die Bewegungen des Schläfers ausgewertet werden. Und die werden auch noch nicht besonders gut erkannt.

    Trotzdem zeigt die Nutzung der Anwendung anscheinen bei vielen positive Ergebnisse. Auch bei mir: seit ich Sleep-Cycle einsetze, bin ich im Schnitt eine Stunde früher im Büro, ohne mich müde zu fühlen. Im Spiegelartikel wird der Placeboeffekt zumindest mal erwähnt. Der wäre mal ein gründliche wissenschaftliche Untersuchung wert.

    Ach ja - gründlich: Grundlage der Artikels war offenbar die Vergleichsmessung bei einem einzigen Patienten in einer einzigen Nacht. Für die Qualitätsjournalisten vom Spiegel reicht das schon aus, die App als "mangelhaft" zu bezeichnen. Hier gehen die Autoren sogar noch etwas weiter und urteilen kurzerhand "Quatsch".

    Schön übrigens, das direkt neben dem Artikel eine passende Anzeige eines "Schalfphasenwecker-Shops" steht, wo der gleiche "Quatsch" nicht für 0.79 €, sondern für bis zu 200 € verkauft wird.

  • Ja, das habe ich auch schon festgestellt. Nachdem ich einmal wirklich sehr unsanft und 100%ig nicht zur richtigen Zeit geweckt wurde, habe ich mein iPhone mal über Nacht auf meinen Kühlschrank und auf meinen Schreibtisch gelegt. Klare Sachen, ich kannte nachher die regelmäßigen Zeiten, indenen mein Kühlschrank gearbeitet hat und die Vibrationen, die die App auf dem Schreibtisch gemessen hat, kann ich mir wenn überhaupt, dann nur mit Schritten auf dem Flur erklären.
    Aber sind wir doch mal ehrlich, wen wundert das?
    Das Ding wird anfangs eingestellt, piept, sobald man sich bewegt und gut.
    Jetzt aber eine Schlafphase NUR davon abhängig zu machen, wie oft man sich dreht, ist vielleicht etwas übertrieben.

    Ich denke, dass jeder von uns schon mal nachts wach gelegen hat und sich hin und wieder mal umgedreht hat und dass das nichts mit Traum oder leichtem Schlaf zu tun hatte.

    Es war halt ne witzige Sache, aber vielleicht dürfen wir hier noch mal festhalten, dass unser iPhone, obwohl es glücklich und unglücklich machen kann, eben nicht vollkommen ist. : )
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