Go for Gold – Olympia in Vancouver

Eigentlich interessiere ich mich nicht mehr so richtig für Wintersport. Als Kind früher, ja, da habe ich alles geguckt, was irgenwie mit Wettbewerben zu tun hatte, egal ob auf Schnee, Rasen oder Hallenboden.

So dachte ich vor dem Start der Olympischen Winterspiele wieder einmal: “Pfff, jaaaaa, guckste nen büschen Eishockey und gut is…”

Denkste. Sie haben mich wieder. Ist ja auch zu nett am Abend, erst recht in HD (übrigens ein wirklich gigantischer Fortschritt). Hier ein wenig Biathlon, dort ein wenig Eisschnellauf und natürlich – Curling. Jener merkwürdige Sport, bei dem ich alle vier Jahre denke “Eigentlich nett. Könnte man häufiger schauen. Und auch mal selbst machen.” Zwei Wochen nach den jeweiligen Winterspielen ist Curling dann wieder vergessen – für drei Jahre und 50 Wochen.

Nun ist das ja so eine Sache mit den TV-Übertragungen. Denn immer wieder gibt es Überschneidungen und die Entscheidungen der ARD- oder ZDF-Regie, was gezeigt wird, deckt sich nicht immer mit dem persönlichen Geschmackt (Eiskunstlauf? NEIN!). Außerdem zeigen die digitalen Spartenkanäle Parallel-Wettbewerbe und Eurosport ist auch dabei.

Den Überblick über das, was in Vancouver abläuft liefert ganz wunderbar die offizielle Iphone-App. “2010Guide”. Gratis, übrigens, was sie vom dürren “Vancouver 2010 Voll Zeitplan” (Deutsch auf Klotschen?) unterscheidet. Sie listet nicht nur die Entscheidungen auf, sondern auch die Vorkämpfe. Der Nutzer kann sich Favoriten speichern und dann schneller auf sie zugreifen.

Gedacht ist sie wohl auch für Besucher der Spiele vor Ort. Es gibt nicht nur Details zu den Veranstaltungsorten sondern auch das Kulturprogramm, von dem der TV-Zuschauer ja nicht viel mitbekommt.

Ist ein Wettbewerb gelaufen gibt es recht flott eine Ergebnisliste, außerdem liefert die App einen Nachrichtenüberblick, generiert aus Agenturen. Wem das nicht reicht, der kann auf verschiedene Twitter-Feeds zugreifen,entweder einzeln UBCWinterGames oder aggregiert als 2010Tweets.

So ist die offizielle Vancouver-2010-App ein sauber gemachtes Beispiel dafür, wie Veranstalter ihr Großereignis per Iphone bereichern können.

Allein: Der Spaß fehlt. Den ergänzt dann ein wenig “Cowbell2010″ für 79 Cent.

Auch hier gibt es einen Ablaufplan und einen Medaillenspiegel. Zusätzlich einen Twitter-Aggregator, der auch nicht-englische Tweets aufgreift. Als ich dies schreibe sitzt gerade der Schweizer Alpin-Skifahrer Marc Gini am Flughafen Zürich und wartet auf den Flug gen Vancouver. Cowbell-Nutzer können außerdem auf eine Live-Wand schreiben wo sie gerade was tun oder schauen oder wen sie anfeuern – fällt unter “geht so”.

Was aber das gemeinsame Betrachten einer Übertragung bereichert ist die Funktion, die der App ihren Namen gab: die Kuhglocke. Sie kann versehen werden mit den Nationalfarben der bevorzugtan Nation. Und dann – wird geklingelt. Per Iphone-Schütteln. Leider sehr langsam, ein wenig mehr Dynamik wäre schön.

Wer seine Mitbetrachter also ein wenig nerven möchte, der möge zuschlagen bei Cowbell 2010. Menschen, die Wert auf den häuslichen Frieden legen, sollten vom Kauf vielleicht doch absehen. Oder zumindest vom Klingeln.

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  • She was a little more than 1.5 seconds back of gold medallist Lindsey Vonn of the United States, who finished the Olympia of the Tofane course in 1:11.66. ..
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