Lesetipp – Das Smartphone ist die Wärmeflasche von Single-Deutschland

Wenn wir hier vom App-Fieber sprechen, dann könnt ihr euch sicher sein, dass garantiert ein Hauch Ironie mitschwingt. Ich empfehle an dieser Stelle die Lektüre von Joachim Hubers  (verantwortlicher Redakteur Medien und Interaktiv beim Tagesspiegel) Kommentar zum wohl kommenden Tablet. In “Ich lebe, weil ich online bin” ist zum Beispiel der schöne Satz zu lesen: “Das Smartphone ist die Wärmeflasche von Single-Deutschland.” Amüsant. Huber hat wohl damit Recht. Ansonsten bin ich erschrocken, dass es neben Schirrmacher noch mehr Leute gibt, die aus Angst, mit einer neuen Technik nicht fertig zu werden, Angst bekommen und sich in eine viel stärkere Angst hineinsteigern und somit nicht nur eine technische Entwicklung, sondern eine ganze Generation mit ihr verteufeln.

  • In vielen Fällen ist es nicht so sehr die Angst, mit einer neuen Technologie nicht fertig zu werden, als das Gefühl, dass man technologischen und medialen Wandel vielleicht doch nicht leichtfertig als Lifestyle-Phänomen abtun sollte. Ich bin davon überzeugt, dass Internet, Smartphones etc. nicht nur Gadgets sind ("Wärmeflaschen von Single-Deutschland"), sondern die Art wie wir leben, einkaufen, arbeiten, uns unterhalten lassen etc. massiv verändert haben und noch weiter verändern werden. Ob eine einzelne Person mit dem Informationsüberschuss zurecht kommt oder meint, sich darüber beklagen zu müssen - geschenkt. Die Folgen für Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft, Recht etc. sind es, die spannend sind. Mein Unbehagen bezieht sich auf einen Diskurs, in dem es entscheidend ist, welche neuen Funktionen mit dem Update eines Programms hinzukommen und nicht so sehr, was dieses Programm mit uns macht.
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