
In jeder großen Pause rannten wir in meiner Schulzeit nach unten an eine Gebäudeecke des Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen. Dieser überdachte Bereich von vielleicht acht mal 10 Metern mit seinem glatten Steinboden diente uns als Kick-Platz. Wir spielten Fußball, zwei tragende Mauerteile waren die Tore.
Eigentlich ganz einfach. Aber geht es um Regeln, nehmen es Kinder ja oft sehr genau. So musste entschieden werden, was als Ball herhielt: Die eckige, kleine Saftbox? Die schnellere aber weniger berechenbare Plastikflasche der Marke Dreh&Trink? Oder doch ein Tennisball, der für diesen Boden und die kleine Spielfläche viel zu rasant war? Das war der Anfang, zahlreiche andere Dinge waren auch wichtig, zum Beispiel ob der letzte Mann eines Teams automatisch Torwart war oder wie hoch das Tor sein sollte.
Regeln und eingeschliffene Gebräuche können wichtig sein, will man gemeinsam etwas erreichen – und sei es, Spaß zu haben. Manchmal muss man sich dann auch beugen: Wer nicht nach den Regeln kicken wollte, die von der Mehrzahl der Spieler favorisiert wurde, konnte sich eine andere Beschäftigung suchen. (Foto: Shutterstock)
Womit wir bei Deutschlands Medienhäusern wären.
Die wollen zwar im Internet mitspielen – aber keine anderen Regeln als die ihren gelten lassen. Das ist nicht neu: Allein schon das Setzen eines Links auf ein anderes Nachrichtenangebot ist seit Anbeginn des World Wide Web zuviel verlangt – obwohl es den Qualitätsjournalismus fördern würde. Man könnte nun zu der Idee gelangen, 12 Jahre nachdem das Netz seinen Durchbruch im Massenmarkt erlebte, hätten langsam Denkprozesse eingesetzt, die diese Haltung verändern könnten. Aus ausprobiert würden sie beim neuen Hoffnungsträger der Verlage – dem Ipad.
Zu dieser Idee könnte man gelangen – und stellte fest, dass jenes grassierende Mismanagement in Zeitungs- und Zeitschriftenhäusern dem wieder einmal im Wege steht. Denn was germanische Medienunternehmen drei Jahre nach dem Start des Iphone (sind es wirklich erst drei Jahre – wow) erschaffen haben, war dürftig, ist dürftig, bleibt dürftig. Schlimmer noch die Ipad-Apps: Sie sind größtenteils katastrophal schlecht. Mehr, mehr, mehr…
In jeder großen Pause rannten wir in meiner Schulzeit nach unten an eine Gebäudeecke des Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen. Dieser überdachte Bereich von vielleicht acht mal 10 Metern mit seinem glatten Steinboden diente uns als Kick-Platz. Wir spielten Fußball, zwei tragende Mauerteile waren die Tore.
Eigentlich ganz einfach. Aber geht es um Regeln, nehmen es Kinder ja oft sehr genau. So musste entschieden werden, was als Ball herhielt: Die eckige, kleine Saftbox? Die schnellere aber weniger berechenbare Plastikflasche der Marke Dreh&Trink? Oder doch ein Tennisball, der für diesen Boden und die kleine Spielfläche viel zu rasant war? Das war der Anfang, zahlreiche andere Dinge waren auch wichtig, zum Beispiel ob der letzte Mann eines Teams automatisch Torwart war oder wie hoch das Tor sein sollte.
Regeln und eingeschliffene Gebräuche können wichtig sein, will man gemeinsam etwas erreichen - und sei es, Spaß zu haben. Manchmal muss man sich dann auch beugen: Wer nicht nach den Regeln